Projekt V: Der Anfang von etwas – oder das Ende von allem

Schulterblick ins neue Buchprojekt V

Ein neues Buch entsteht. Ob es auch ein letztes wird? Dazu später mehr. Erstmal: der Startschuss.

Vor einiger Zeit hab ich hier geschrieben, der beste Rat für deine schlimmsten Feinde sei: Schreib ein Buch. Süffisant gemeint, aber wahr. Was ich damals nicht dazugesagt habe: Manche Ratschläge holen sich irgendwann selbst ein. Vor ein paar Monaten saß ich vor einem leeren Dokument und tippte einen einzigen Buchstaben in die Titelzeile: V. Kein Arbeitstitel im eigentlichen Sinn, kein Klappentext, keine Ahnung, wie viel ich damit schon verrate – nur dieser eine Buchstabe, der seither auf meinem Bildschirm klebt wie ein forensischer Fingerabdruck, der sich eingebrannt hat.

Warum nur "V"?

Ein Buchstabe, acht mögliche Türen: Verrat. Verzweiflung. Verlust. Verhängnis. Verfolgung. Verstörung. Vermächtnis. Vergangenheit. Ob ich im Roman alle Türen aufreiße? Hübsch der Reihe nach oder alle gleichzeitig? Mal sehen ...

Warum überhaupt noch ein Buch – jetzt, in diesen Zeiten?

Der Büchermarkt ertrinkt gerade in sich selbst: KI-generierte Titel im Minutentakt, Verlage, die nur noch auf E-Book statt Print setzten, ein Algorithmus, der längst entscheidet, welches Cover "funktioniert" und welches Genre gerade massentauglich ist. Die Vernunft würde sagen: lass es.

Und trotzdem.

Der Parasit lässt nicht locker

Diese Geschichte ist kein Projekt, das ich mir ausgesucht habe. Sie hat sich in mir eingenistet wie ein Parasit, der sich weigert, wieder auszuziehen. Sie brennt mir unter den Nägeln, hält mich nachts wach, sabotiert meinen Verstand beim Kaffeekochen. Ich schreibe V nicht, weil der Markt es will – ich schreibe es, weil ich keine Wahl habe. Kennst du das? Diese eine Idee, die sich einfach nicht verabschieden will, egal wie unpassend der Zeitpunkt?

Was dich in den kommenden Monaten erwartet

Hier auf dem Blog öffne ich die Werkstatt einen Spalt – nicht die ganze Tür, aber genug, um mitzuverfolgen, wie aus Chaos eine Handlung wird: wie einzelne Szenen entstehen und wieder verworfen werden, wie eine Figur vom Konzept zum Menschen wird, mein ganz unglamouröser Schreiballtag samt Tooleinsatz, welche Rolle KI beim Schreiben heute tatsächlich spielt (komplizierter, als du denkst), wie ein Romanplot entsteht und wie viel Flexibilität bleibt, wenn eine ungeplante Idee alles über den Haufen wirft. Auch mein Nebenbei-Studium der KI an der Hochschule München fließt direkt ins Projekt ein – ebenso wie die Frage, wie ich als Near-Future-Autor aktuelle Entwicklungen in die Handlung einbaue, bevor sie überhaupt Schlagzeilen sind. Und irgendwann verrate ich, ob V mit den Ansgar-Chroniken zusammenhängt – oder komplett eigene Wege geht.

Ein Highlight schon jetzt: Am Ende dieser Reise lasse ich dich über verschiedene Klappentext-Versionen abstimmen. Dein Votum entscheidet mit, wie V sich der Welt vorstellt.

Nächstes Mal wird's haarig – oder glitschig: Was ändert sich, wenn nicht ein Mensch, sondern ein tierisches Wesen eine der Hauptrollen übernimmt? Was gilt es zu beachten, was macht das Schreiben dadurch komplizierter? Mehr dazu bald.

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